Knochendichtemessung

Was ist eine Knochendichtemessung?

Die Messung der Knochendichte erfolgt bei uns nach der DXA-Methode (Dual Energy X-Ray Absorptiometry). Bei der Messung liegt der Patient bequem auf einer Liege während ein kleiner Messkopf über ihm die Wirbelsäule, die Hüfte und ggf. weitere Skelettabschnitte mit einem sehr schwachen Röntgenstrahl abtastet. Die Messung dauert nur einige Augenblicke.

Die DXA-Methode ist die zurzeit einzige – sowohl von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) als auch von der DGO (Deutsche Gesellschaft Osteologie) – anerkannte Messmethode zur Diagnose der Osteoporose. Die während einer Untersuchung verabreichte Strahlendosis ist vergleichbar mit der Dosismenge, die jeder Mensch im Laufe einer Woche als natürliche Strahlung aus der Umgebung erhält.

Andere technische Verfahren zur Diagnose (QCT, pQCT, Ultraschall) sind möglich, haben zurzeit aber noch Nachteile. Diese liegen entweder in der höheren Strahlendosis oder in einer geringeren Aussagefähigkeit auf Grund der Messorte.

Wird die Knochendichtemessung von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt?

Zum 01.01.2014 wurde seitens der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) das Überweisungsspektrum zur Knochendichtemessung (DXA) erweitert. Hierdurch können viele Knochendichtemessungen, deren Kosten bis dahin von den Patientinnen und Patienten selbst getragen werden mussen ("IGeL"), per Überweisungsschein als GKV-Leistung abgerechnet werden.

Als Abrechnungsgrundlage für gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten gelten:

  1. konkrete klinische oder anamnestische Befunde (neu: auch ohne Fraktur), die auf eine Osteoporose hindeuten und eine spezifische medikamentöse Therapie induzieren könnten.
  2. Frakturen, die auf eine Osteoporose hindeuten können.
  3. Verlaufskontrollen bei bekannter Osteporose zur Optimierung der medikamentösen Therapie

Die Indikation sollte entsprechend auf der Überweisung notiert sein.

Weiterführende fachliche Informationen zu Diagnostik, Prophylaxe und Therapie der Osteoporose sind zB in den aktuellen Leitlinien des Dachverbandes Osteologie (DVO) enthalten. Unter anderem sind dort Punkte aufgeführt, die zu einem erhöhten Osteoporoserisiko führen und somit eine Überweisung rechtfertigen:

http://www.dv-osteologie.org/dvo_leitlinien/osteoporose-leitlinie-2014

Was erwartet mich bei der Knochendichtemessung?

Das Auswertungsprogramm ist in der Lage, den Knochenmineralgehalt zu bestimmen. Dabei ist es völlig normal, dass verschiedene Skelettbereiche unterschiedliche Dichtewerte aufweisen können.

Was ist Osteoporose?

Osteoporose, im Volksmund auch „Knochenschwund“ genannt, ist eine Stoffwechselerkrankung des Skeletts. Sie ist gekennzeichnet durch eine Verminderung an Knochenmasse und eine Verschlechterung der Knochenarchitektur.

Daraus resultiert eine erhöhte Knochenbrüchigkeit. Kleinere Stürze und selbst alltägliche Handgriffe wie Heben und Tragen können zum Knochenbruch führen, vor allem an den Wirbelkörpern, den Unterarmen oder den Oberschenkelknochen.

Wer kann betroffen sein?

Osteoporose tritt häufig bei Frauen nach den Wechseljahren und im höheren Lebensalter auf. In Deutschland sind heute etwa jede dritte Frau und jeder fünfte Mann ab dem 50. Lebensjahr betroffen.

Einige Risikofaktoren sind:

  • familiäre Belastung
  • Geschlecht
  • früher Eintritt der letzten Regelblutung
  • unausgewogene Ernährung, z.B. niedrige Kalziumaufnahme
  • Untergewicht oder ungewollter Gewichtsverlust
  • übermäßiger Tabak- oder Alkoholkonsum
  • zuvor erlittene Knochenbrüche
  • Bewegungsmangel
  • medikamentöse Behandlung, z.B. mit Cortison
  • Körpergrößenverlust > 4 cm
Wie wird Osteoporose diagnostiziert?

Osteoporose wird häufig als „schleichende“ bzw. „stille“ Erkrankung bezeichnet. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, frühzeitig einen Knochenmasseverlust nachzuweisen. Eine davon ist die Knochendichtemessung mit dem DXA-Verfahren. Dabei wird mit Hilfe einer speziellen Röntgentechnik eine sehr geringe Röntgenstrahlung durch den Körper geschickt, um den Mineralgehalt der Knochen zu bestimmen. Dieser Knochenmineralgehalt steht in direkter Beziehung zur Knochenfestigkeit. Daneben gehören zur Diagnose eine körperliche Untersuchung. Bei der Erstuntersuchung sollte eine BWS/LWS-Röntgenaufnahme gemacht werden. Eine Knochendichtemessung kann nicht exakt einen Knochenbruch vorhersagen – genauso wenig wie ein hoher Cholesterinwert einzeln betrachtet einen Herzinfarkt vorherbestimmen kann. Dennoch sagt ein entsprechender Knochendichtewert etwas über das Frakturrisiko im Vergleich zu einem normalen Knochen im Altersvergleich aus. Ihr persönliches Ergebnis in Verbindung mit weiteren Untersuchungsbefunden ergibt dann eine Gesamtrisikoeinschätzung.

Ist Osteoporose behandelbar?

Heute gibt es neben wirksamen medikamentösen Therapien weitere Möglichkeiten, die Knochensubstanz positiv zu beeinflussen. Dazu gehören eine Vitamin D und kalziumreiche, ausgewogene Ernährung und auch eine angemessene sportlich-körperliche Bewegung.

Ihr Arzt wird Ihnen im Zusammenhang mit dem Gesamtbefund die notwendigen Maßnahmen empfehlen.