Kardio-MRT

Herz- und Gefäßdiagnostik ohne Katheter

Die nicht invasive bildgebende Diagnostik von Erkrankungen des Herzkreislaufsystems rückt immer mehr in den Focus von Technik und Medizin. Im Rahmen moderner Therapieansätze haben bildgebende Methoden eine wachsende Bedeutung.

Schwerpunkte sind hier moderne Schnittbildverfahren wie Multidetektor-Computertomographie (MDCT) und Magnet-resonanztomographie (MRT) sowie etablierte nuklearmedizinische Untersuchungsverfahren, die durch die moderne Kombinations-geräte aus CT und SPECT-Gammakamera an Bedeutung gewonnen haben.

Während die Domäne der MDCT die Darstellung der Herz-kranzgefässe ist, eignet sich die MRT aufgrund des guten Kontrastes der Weichgewebe besonders zur Untersuchung des Herzmuskels, der Klappen und Herzhöhlen, sowie zur Ursachendifferenzierung einer Herzerkrankung in Ruhe und unter Belastungsbedingungen.

Für die Kardio MRT und andere anspruchsvolle Unter-suchungen wurde bei radiomed ein neuentwickelter Magnetresonanztomograph (GE Optima 450 w) installiert. Das System verbindet besseren Patientenkomfort mit gesteigerter Bildqualität. Ein neuartiges Spulenkonzept und ein leistungsfähiges Gradientensystem ermöglichen her-vorragende Untersuchungsergebnisse.

Die grosse Öffnung von 70 cm und der kurze Tunnel von nur 105 cm bieten etwa ein Drittel mehr Raum im Vergleich zu herkömmlichen Tunnelsystemen und sorgen dafür, dass sich die Patienten während der Untersuchung entspannen können. Platzangst und Beklemmungsgefühle gehören so der Vergangenheit an. Durch das erweiterte Platzangebot im neuen System können Patienten bis zu einem Körpergewicht von 227 kg untersucht werden.

 

Durchblutungsstörungen des Herzmuskels

Die koronare Herzkrankheit ist insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren wie Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Diabetes mellitus sehr häufig. Die resultierenden Veränderungen der Gefäßinnenwand führen zu Einengungen des Durchmessers des Gefäßes und damit u. U. zu Durchblutungsstörungen des Herzmuskels zunächst unter Belastung, später auch im Ruhezustand. Die MRT ermöglicht die Beurteilung der Herzmuskeldurchblutung in einer schmerzfreien, kaum belastenden Untersuchung. Hierbei können minderdurchblutete Muskelregionen durch medikamentöse Belastung des Herzens mit Adenosin – einem sehr sicheren Medikament, dass die Herzkranzgefäße erweitert – und Aufnahmen nach Gabe eines Kontrastmittels indentifiziert werden. Ebenfalls lassen sich Bewegunsstörungen der Herzwand und zusätzliche Komplikationen wie Blutgerinnsel oder Wanderweiterungen (Aneurysmen) entdecken. Auch Fehlbildungen, Herzklappenfehler oder Erkrankungen der Nachbarorgane können bildlich dargestellt werden.

Vitalität des Herzmuskels nach Infarkt

Im akuten Stadium eines Herzinfarktes ist die Bestimmung des Infarktausmaßes und seine Charakteristik wichtig für die Wahl des optimalen Behandlungsverfahrens. Bei Patienten mit chronischem Infarkt dagegen ist die Abschätzung des zu erwartenden Nutzens wichtig für die Auswahl der richtigen therapeutischen Maßnahme. Die Vitalitätsdiagnostik mit der MRT bietet hier gegenüber anderen Verfahren zahlreiche Vorteile, v. a. kann die Kardio-MRT die Frage beantworten, ob der bewegungsgestörte Herzmuskel überhaupt noch Anteile aufweist, die nach Wiederherstellung der Durchblutung (z. B. durch Bypassoperation oder Stent) ihre Arbeit wiederaufnehmen können

Kardio MRT für sportliche Aktive

Die unbemerkte Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) ist die wohl häufigste Ursache für den plötzlichen Herztod bei Ausdauersportlern. Aktuelle Daten machen eine Myokarditis für bis zu 12 % aller plötzliche Herz-Todesfälle junger aktiver und beschwerdefreier Erwachsener verantwortlich. Die Verdachtsdiagnose stellt den Arzt vor erhebliche diagnostische und therapeutische Probleme.

Nicht nur der Erregernachweis, auch der Beweis der Erkrankung war bislang schwierig. Mit einer Kardio MRT und intravenösem Kontrastmittel dagegen ist der positive Nachweis der Myocarditis im akuten Stadium möglich und die Behandlung kann sofort eingeleitet werden.

Gefäßdarstellung ohne Kontrastmittel

Durch neuartige Techniken ist in den meisten Gefäßprovinzen des Körpers eine hochauflösende Darstellung der Blutgefäße mit möglichen Einengungen ganz ohne eine Kontrastmittelgabe möglich. Dies ist besonders für Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion von großer Bedeutung.